Cyanotypie selber machen: Anleitung, Chemie & Materialien
Cyanotypie selber machen: Geschichte, Chemie und Anleitung für den Eisenblaudruck
Tiefblaue Flächen, helle Pflanzenkonturen und feinste Strukturen von Blättern, Blüten oder fotografischen Negativen: Die Cyanotypie gehört zu den ältesten fotografischen Verfahren und begeistert bis heute Künstler, Fotografen, Schulen und kreative DIY-Fans.
Das auch als Eisenblaudruck, Blaudruck, Sunprint oder gelegentlich als „Cyanotopie“ bezeichnete Verfahren kommt ohne klassische Silberfotografie aus. Für die lichtempfindliche Beschichtung werden im klassischen Prozess lediglich zwei chemische Ausgangsstoffe benötigt:
- Ammoniumeisen-(III)-citrat, grün, mit 14,5–16 % Fe
- Kaliumhexacyanoferrat-(III), auch rotes Blutlaugensalz oder Potassium Ferricyanide
Werden beide Lösungen unmittelbar vor der Anwendung miteinander vermischt, entsteht eine UV-empfindliche Beschichtung. Sonnenlicht oder eine geeignete UV-Lichtquelle löst anschließend eine fotochemische Reaktion aus. Nach dem Auswaschen erscheint das charakteristische, intensive Preußischblau.
In dieser Anleitung erfahren Sie, woher die Cyanotypie stammt, wie die chemische Reaktion funktioniert, welche Materialien Sie benötigen und wie Sie Ihren ersten eigenen Eisenblaudruck anfertigen.

Was ist Cyanotypie?
Die Cyanotypie ist ein fotografisches Kontaktkopierverfahren. Das Motiv wird dabei direkt auf oder sehr nahe über eine lichtempfindlich beschichtete Oberfläche gelegt. Durch UV-Licht entsteht ein Negativbild:
- Bereiche, die viel Licht erhalten, färben sich blau.
- Abgedeckte Bereiche bleiben nach dem Auswaschen hell.
- Halbtransparente Materialien erzeugen feine Abstufungen und sichtbare Strukturen.
Besonders bekannt sind botanische Fotogramme aus Blättern, Farnen, Blüten, Gräsern oder Algen. Es lassen sich aber ebenso Federn, Spitze, Schablonen, transparente Zeichnungen und digitale Fotonegative verwenden.
Da kein Vergrößerungsgerät erforderlich ist, entspricht die Größe eines aufgelegten Gegenstands grundsätzlich seiner Abbildung. Bei digitalen Negativen bestimmt dagegen die Größe der bedruckten Folie das endgültige Format.
Von John Herschel bis Anna Atkins: die Geschichte der Cyanotypie
Der englische Astronom und Naturwissenschaftler Sir John Frederick William Herschel stellte das Cyanotypie-Verfahren 1842 vor.
Sein Ziel war zunächst kein dekoratives Kunstverfahren, sondern eine einfache Möglichkeit, Aufzeichnungen, Tabellen und wissenschaftliche Zeichnungen zu vervielfältigen.
Nur kurze Zeit später erkannte die britische Botanikerin Anna Atkins das Potenzial des Verfahrens für die naturwissenschaftliche Dokumentation.
Sie legte Algen direkt auf sensibilisiertes Papier und erzeugte damit äußerst detailreiche weiße Silhouetten auf blauem Grund.
1843 begann Atkins mit der Veröffentlichung von „Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions“.
Das Werk gilt als das erste Buch, das mit fotografisch erzeugten Bildern illustriert wurde.
Ihre Cyanotypien verbanden wissenschaftliche Genauigkeit mit einer bis heute beeindruckenden Ästhetik.
Ab den 1870er-Jahren wurde das Verfahren außerdem zur kostengünstigen Vervielfältigung technischer Zeichnungen genutzt.
Daher stammt der noch heute bekannte englische Begriff Blueprint.
Später wurde die technische Reproduktion weitgehend durch modernere Kopierverfahren ersetzt.
Seit den 1960er-Jahren erlebt die Cyanotypie jedoch eine künstlerische Renaissance. Heute wird sie in Fotografie, Textilgestaltung, Mixed Media, Kunstunterricht und kreativen DIY-Projekten eingesetzt.

Wie funktioniert Cyanotypie chemisch?
Die Cyanotypie basiert auf der Lichtempfindlichkeit bestimmter Eisenverbindungen.
Das Ammoniumeisen-(III)-citrat dient im klassischen Verfahren als lichtempfindliche Eisen(III)-Quelle. Unter UV-Bestrahlung wird ein Teil des Eisen(III) zu Eisen(II) reduziert. Dieses reagiert im weiteren Prozess mit dem Ferricyanid-Komplex des Kaliumhexacyanoferrats-(III).
Dabei entsteht ein schwer lösliches, intensiv blaues Eisen-Cyanokomplex-Pigment, das als Preußischblau, Berliner Blau oder im Zusammenhang mit dem Verfahren als Cyanotypie-Blau bekannt ist.
Vereinfacht lässt sich der Ablauf so beschreiben:
- Die beiden Ausgangslösungen werden gemischt.
- Die Mischung wird auf Papier oder ein anderes geeignetes Material aufgetragen.
- UV-Licht reduziert lichtgetroffene Eisen(III)-Verbindungen.
- In den belichteten Bereichen bildet sich die blaue Verbindung.
- Wasser entfernt die unbelichteten, löslichen Bestandteile.
- Durch Sauerstoff aus der Luft entwickelt sich das Blau weiter.
Direkt nach dem Auswaschen wirkt ein Cyanotypie-Druck deshalb häufig heller, als er später erscheint. Während des Trocknens oxidiert das Bild weiter und gewinnt an Farbtiefe.

Die zwei zentralen Chemikalien für klassische Cyanotypie
Ammoniumeisen-(III)-citrat: die lichtempfindliche Komponente
Das bei SuboLab erhältliche Ammoniumeisen-(III)-citrat, grün besitzt einen definierten Eisengehalt von 14,5 bis 16 Prozent Fe.
Das grünliche bis braun-grüne Pulver ist sehr gut wasserlöslich und bildet die lichtempfindliche Eisenkomponente des klassischen Cyanotypie-Verfahrens.
Produkteigenschaften im Überblick:
- grüne Variante für klassische Cyanotypie
- definierter Eisengehalt von 14,5–16 % Fe
- sehr gut wasserlöslich
- geprüfte Laborqualität
- in mehreren Verpackungseinheiten erhältlich
- geeignet für reproduzierbare Cyanotypie-Ansätze
Da Ammoniumeisen-(III)-citrat hygroskopisch ist, nimmt es Feuchtigkeit aus der Luft auf. Das Gebinde sollte daher nach der Entnahme sofort wieder dicht verschlossen sowie trocken und lichtgeschützt gelagert werden.
SuboLab-Praxistipp: Entnehmen Sie nur die benötigte Menge mit einem sauberen, trockenen Spatel. Dadurch vermeiden Sie Feuchtigkeitseintrag und Verunreinigungen im Vorratsgebinde.
Kaliumhexacyanoferrat-(III): der Reaktionspartner für das intensive Blau
Der zweite zentrale Ausgangsstoff ist Kaliumhexacyanoferrat-(III). Der Stoff ist auch unter den Namen rotes Blutlaugensalz und Potassium Ferricyanide bekannt.
Es handelt sich um eine rote, kristalline und gut wasserlösliche Verbindung. In der Cyanotypie liefert sie den komplex gebundenen Reaktionspartner, der nach der Belichtung zur Bildung des charakteristischen blauen Pigments beiträgt.
Produkteigenschaften im Überblick:
- kristallines, rotes Salz
- sehr gut wasserlöslich
- Laborqualität
- für Cyanotypie und Laboranwendungen geeignet
- sicher in chemikalienbeständigen Gebinden abgefüllt
- passendes Gegenprodukt zum grünen Ammoniumeisen-(III)-citrat
Trotz des historischen Namens „Blutlaugensalz“ handelt es sich nicht um ein tierisches Produkt. Die Bezeichnung geht auf historische Herstellungsverfahren zurück.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Kaliumhexacyanoferrat-(III) darf nicht mit starken Säuren oder stark sauren Reinigungsmitteln in Kontakt kommen. Arbeiten Sie sauber, verwenden Sie getrennte Hilfsmittel und beachten Sie stets das aktuelle Sicherheitsdatenblatt.
Warum beide Ausgangslösungen getrennt angesetzt werden
Ammoniumeisen-(III)-citrat und Kaliumhexacyanoferrat-(III) sollten zunächst als zwei getrennte Vorratslösungen angesetzt werden.
Erst unmittelbar vor dem Beschichten wird die benötigte Menge beider Lösungen miteinander vermischt. Die kombinierte Sensibilisierungslösung reagiert deutlich empfindlicher auf Licht und besitzt nur eine begrenzte praktische Verarbeitungszeit.
Die getrennte Aufbewahrung bietet mehrere Vorteile:
- bessere Lagerfähigkeit der Vorratslösungen
- weniger vorzeitige Reaktion
- kontrollierbare Ansatzmengen
- geringerer Materialverlust
- reproduzierbarere Ergebnisse
Beschriften Sie beide Flaschen deutlich mit Inhalt, Konzentration und Ansetzdatum. Geeignete chemikalienbeständige Flaschen und Verschlüsse finden Sie im SuboLab-Sortiment ProPax.
Materialien für Ihre erste Cyanotypie
Für den klassischen Eisenblaudruck benötigen Sie:
- Chemikalien
- Ammoniumeisen-(III)-citrat, grün
- Kaliumhexacyanoferrat-(III), rotes Blutlaugensalz
- destilliertes oder demineralisiertes Wasser
- Arbeitsmaterial
- zwei saubere, beschriftete Vorratsflaschen
- Messzylinder oder geeignete Messgefäße
- Feinwaage
- saubere Spatel
- Pipetten oder getrennte Dosierhilfen
- weicher Pinsel ohne Metallzwinge, Schaumstoffpinsel oder Beschichtungsstab
- lichtundurchlässige oder braune Aufbewahrungsflaschen
- flache Schale zum Auswaschen
- saugfähige Unterlage
- Bildträger und Motiv
- kräftiges, ungeleimtes oder für Nassverfahren geeignetes Aquarellpapier
- alternativ vorbehandelter Baumwollstoff
- Blätter, Gräser, Blüten, Schablonen oder transparente Gegenstände
- alternativ ein digitales Negativ auf transparenter Folie
- Glasplatte und stabile Unterlage für guten Kontakt
- Klammern oder ein Kontaktkopierrahmen
- Persönliche Schutzausrüstung
- geeignete Schutzhandschuhe
- Schutzbrille
- Arbeits- oder Laborkittel

Klassische Cyanotypie-Lösung ansetzen
Für einen bewährten klassischen Ansatz können zwei Vorratslösungen hergestellt werden.
Lösung A: Ammoniumeisen-(III)-citrat
- 25 g grünes Ammoniumeisen-(III)-citrat
- mit destilliertem oder demineralisiertem Wasser auf 100 ml auffüllen
Lösung B: Kaliumhexacyanoferrat-(III)
- 10 g Kaliumhexacyanoferrat-(III)
- mit destilliertem oder demineralisiertem Wasser auf 100 ml auffüllen
Die Stoffe jeweils getrennt vollständig auflösen und in eindeutig beschriftete, dicht schließende und lichtgeschützt gelagerte Flaschen füllen.
Für das Beschichten werden Lösung A und Lösung B üblicherweise im Verhältnis 1:1 gemischt.
Bereiten Sie nur so viel Sensibilisierungslösung vor, wie Sie unmittelbar benötigen.
Für erste Versuche reichen häufig wenige Milliliter.
Der tatsächliche Verbrauch hängt von Papierformat, Saugfähigkeit und Auftragstechnik ab.
Wichtig: Rezepturen können je nach gewünschtem Kontrast, verwendeter Papierart und Ausgangsqualität leicht variieren. Fertigen Sie vor einer größeren Serie immer Teststreifen an.
Cyanotypie Schritt für Schritt selber machen
Schritt 1: Arbeitsplatz vorbereiten
Bereiten Sie den Arbeitsbereich vor direkter Sonne und intensiver UV-Strahlung geschützt vor.
Gedämpftes Kunstlicht ist für das Beschichten meist geeigneter als ein sonniger Raum.
Ziehen Sie Handschuhe, Schutzbrille und Arbeitskleidung an.
Decken Sie die Arbeitsfläche ab und stellen Sie sicher, dass keine Lebensmittel, Getränke oder Küchenutensilien in der Nähe stehen.

Schritt 2: Sensibilisierungslösung mischen
Geben Sie gleiche Volumenteile von Lösung A und Lösung B in ein sauberes, nichtmetallisches Gefäß.
Mischen Sie nur die Menge, die Sie unmittelbar verarbeiten.
Vermeiden Sie eine Verwechslung der Pipetten oder Dosierhilfen.
Die Vorratslösungen sollten nicht durch Rückstände der jeweils anderen Lösung kontaminiert werden.
Schritt 3: Papier gleichmäßig beschichten
Tragen Sie die gemischte Lösung dünn und gleichmäßig auf das Papier auf. Die Beschichtung darf sichtbar sein, sollte aber keine Pfützen bilden.
Mögliche Auftragstechniken:
- weicher Pinsel
- Schaumstoffpinsel
- Glas- oder Beschichtungsstab
- gezielter, malerischer Auftrag für sichtbare Pinselränder
Der Auftrag kann exakt rechteckig oder bewusst unregelmäßig erfolgen.
Sichtbare Pinselspuren sind ein beliebtes Gestaltungselement moderner Cyanotypien.
Schritt 4: Beschichtetes Papier im Dunkeln trocknen
Lassen Sie das Papier vollständig trocknen.
Ideal ist ein dunkler, gut belüfteter Raum. Direkte Sonne und starkes Tageslicht müssen vermieden werden.
Das Papier sollte vor dem Belegen vollständig trocken sein. Feuchte Beschichtungen können am Motiv oder an der Abdeckscheibe haften und unscharfe Ergebnisse verursachen.
Am besten wird frisch beschichtetes Papier zeitnah verwendet. Muss es zwischengelagert werden, sollte dies trocken, kühl und absolut lichtgeschützt erfolgen.
Schritt 5: Motiv arrangieren
Legen Sie Blätter, Blüten, Gräser, Schablonen oder ein fotografisches Negativ auf die beschichtete Seite.
Für scharfe Konturen ist ein enger Kontakt wichtig. Legen Sie daher eine saubere Glasplatte auf das Motiv oder verwenden Sie einen Kontaktkopierrahmen.
Bei Pflanzen bestimmen Dicke und Transparenz das Ergebnis:
- vollständig undurchsichtige Teile bleiben nahezu weiß,
- halbtransparente Blütenblätter erzeugen Blaustufen,
- feine Blattadern können als detaillierte Strukturen sichtbar werden.

Schritt 6: Mit Sonnenlicht oder UV-Licht belichten
Bringen Sie den Aufbau ins Sonnenlicht oder unter eine geeignete UV-Lichtquelle.
Die benötigte Belichtungszeit hängt ab von:
- Jahreszeit und Tageszeit
- Wetter und UV-Intensität
- Abstand und Leistung einer UV-Lampe
- Papier und Schichtdicke
- Dichte des Motivs oder Negativs
- gewünschtem Kontrast
Bei direkter Sonne können typische Belichtungszeiten ungefähr zwischen 10 und 40 Minuten liegen. Bei schwachem Winterlicht kann es deutlich länger dauern.
Während der Belichtung verändert sich die beschichtete Fläche häufig von gelblich-grün über grau-grün bis bronzefarben. Die sichtbare Farbe vor dem Auswaschen entspricht noch nicht dem endgültigen Blau.
Praxistipp: Legen Sie bei jeder neuen Kombination aus Papier, Licht und Rezeptur einen Teststreifen an. Decken Sie abschnittsweise Teile des Streifens ab und vergleichen Sie anschließend die unterschiedlichen Belichtungszeiten.
Schritt 7: Bild gründlich auswaschen
- Entfernen Sie Motiv und Glasplatte. Waschen Sie den Druck anschließend in sauberem, kühlem Wasser aus.
- Wechseln Sie das Wasser mehrfach oder spülen Sie den Druck vorsichtig, bis das ablaufende Wasser klar bleibt und keine gelblichen Rückstände mehr sichtbar sind.
- Die unbelichteten Bestandteile werden dabei ausgewaschen. Die abgedeckten Motivbereiche hellen auf, während die belichteten Flächen blau bleiben.
- Je nach Papier und Schichtstärke dauert das Auswaschen ungefähr 5 bis 15 Minuten.
Schritt 8: Trocknen und oxidieren lassen
Legen oder hängen Sie das Bild zum Trocknen auf. Das Blau wird durch die Oxidation an der Luft in den folgenden Stunden meist deutlich kräftiger.
Beurteilen Sie das endgültige Ergebnis daher nicht unmittelbar nach dem Auswaschen. Ein zunächst blass wirkender Druck kann nach vollständigem Trocknen ein intensives, tiefes Blau entwickeln.

Cyanotypie auf Papier, Stoff und anderen Untergründen
Cyanotypie auf Papier
Aquarellpapier mit ausreichender Nassfestigkeit ist besonders gut geeignet. Zu dünnes Papier kann sich beim Auswaschen stark wellen oder beschädigt werden.
Eine leicht strukturierte Oberfläche erzeugt einen handwerklichen Charakter. Sehr glatte Papiere können dagegen feine fotografische Details besser wiedergeben.
Cyanotypie auf Stoff
Baumwolle, Leinen und andere saugfähige Naturfasern können ebenfalls beschichtet werden. Der Stoff sollte vorher gewaschen und frei von Appreturen, Weichspülern und Rückständen sein.
Die Waschbeständigkeit hängt stark von Faser, Vorbehandlung, Auswaschen und späterer Pflege ab. Cyanotypie auf Textilien ist daher eher als künstlerisches Verfahren denn als unbegrenzt waschbeständiger Textildruck zu verstehen.
Holz und saugfähige Oberflächen
Auch unbehandeltes, helles Holz kann interessante Ergebnisse liefern. Eine ungleichmäßige Saugfähigkeit und die Eigenfarbe des Untergrundes beeinflussen jedoch Kontrast und Farbwirkung.
Nicht saugfähige Oberflächen benötigen in der Regel eine geeignete Grundierung oder spezielle Beschichtungstechniken.
Botanische Fotogramme oder digitales Negativ?
Fotogramme mit Pflanzen und Gegenständen
Fotogramme sind der einfachste Einstieg. Das Motiv liegt direkt auf dem Papier und benötigt keine Kamera.
Gut geeignet sind:
- Farne
- fein strukturierte Blätter
- Gräser und Samenstände
- gepresste Blüten
- Spitze und transparente Stoffe
- Federn
- Papier- und Folienschablonen
Flache oder gepresste Objekte erzeugen schärfere Konturen als stark dreidimensionale Motive.
Fotografische Cyanotypien mit digitalem Negativ
Für Fotografien wird das Ausgangsbild digital in ein Negativ umgewandelt und auf transparente Inkjet-Folie gedruckt.
Helle Stellen des Negativs lassen viel UV-Licht hindurch und werden im Druck blau. Dunkle Negativbereiche blockieren Licht und erscheinen im fertigen Bild hell.
Für gute Tonwerte muss das Negativ auf Drucker, Folie, Belichtungsquelle und Cyanotypie-Prozess abgestimmt werden. Häufig sind mehrere Testdrucke erforderlich.
Typische Fehler bei der Cyanotypie und ihre Ursachen
Das Bild ist zu blass
Mögliche Ursachen:
- zu kurze Belichtungszeit
- zu schwaches UV-Licht
- zu dünne oder ungleichmäßige Beschichtung
- ungeeignetes Papier
- verbrauchte oder verunreinigte Lösung
- zu frühe Beurteilung vor vollständiger Oxidation
Lösung: Belichtungszeit erhöhen, Teststreifen anfertigen und das vollständig getrocknete Ergebnis beurteilen.
Das gesamte Bild wird sehr dunkel
Mögliche Ursachen:
- Motiv liegt nicht dicht genug auf
- Motiv ist zu transparent
- zu lange Belichtung
- Papier wurde vor dem eigentlichen Belichten bereits UV-Licht ausgesetzt
Lösung: Motiv mit Glas anpressen, Belichtungszeit reduzieren und beschichtetes Papier konsequent lichtgeschützt behandeln.
Weiße Bereiche werden gelblich oder grünlich
Mögliche Ursachen:
- unzureichendes Auswaschen
- zu dicke Beschichtung
- ungeeignetes oder stark gepuffertes Papier
- alte oder kontaminierte Lösungen
Lösung: länger und mit mehreren Wasserwechseln auswaschen. Beschichtung dünner auftragen und ein anderes Papier testen.
Konturen wirken unscharf
Mögliche Ursachen:
- Abstand zwischen Motiv und Papier
- Bewegung während der Belichtung
- gewölbtes Pflanzenmaterial
- feuchtes Papier
- schräg einfallendes Licht bei dreidimensionalen Motiven
Lösung: Motiv pressen, Papier vollständig trocknen lassen und einen stabilen Kontaktkopierrahmen verwenden.
Die Beschichtung wird fleckig
Mögliche Ursachen:
- ungleichmäßiger Auftrag
- fettige oder verschmutzte Oberfläche
- ungeeigneter Pinsel
- Metallkontakt oder Verunreinigungen
- zu stark saugendes Papier
Lösung: saubere Arbeitsmittel einsetzen, gleichmäßig beschichten und vorab Papierproben testen.
Sicherheit beim Umgang mit Cyanotypie-Chemikalien
Auch wenn die Cyanotypie im Vergleich zu vielen historischen fotografischen Verfahren mit wenigen Ausgangsstoffen auskommt, handelt es sich um Chemikalien. Sie müssen sachgerecht verwendet und gelagert werden.
Beachten Sie insbesondere:
- Sicherheitsdatenblätter vor Arbeitsbeginn lesen
- geeignete Handschuhe und Schutzbrille tragen
- Staubbildung beim Abwiegen vermeiden
- nicht essen, trinken oder rauchen
- ausschließlich dafür vorgesehene Arbeitsgeräte benutzen
- keine Küchenutensilien verwenden
- Haut- und Augenkontakt vermeiden
- Lösungen eindeutig beschriften
- Kinder und Haustiere vom Arbeitsbereich fernhalten
- nicht mit starken Säuren oder Haushaltsreinigern mischen
- Reste nicht unkontrolliert in Umwelt oder Abfluss geben
- örtliche Entsorgungsvorgaben beachten
Kaliumhexacyanoferrat-(III) enthält Cyanidgruppen, diese sind jedoch in einem stabilen Eisenkomplex gebunden. Daraus darf nicht geschlossen werden, dass beliebige Mischungen unproblematisch sind. Besonders der Kontakt mit starken Säuren ist zu vermeiden.
Lesen Sie vor der Anwendung immer die aktuellen Sicherheitsdatenblätter der beiden Produkte. Weitere Grundlagen finden Sie in unserem Beitrag zum Sicherheitsdatenblatt für Chemikalien.
Lagerung der Ausgangsstoffe und Lösungen
Pulverförmige Ausgangsstoffe
Beide Produkte sollten:
- kühl und trocken,
- vor direkter Sonne geschützt,
- in dicht verschlossenen Originalgebinden,
- getrennt von Lebensmitteln,
- und für Unbefugte unzugänglich
gelagert werden.
Ammoniumeisen-(III)-citrat ist hygroskopisch. Ein rasches Wiederverschließen des Gebindes ist daher besonders wichtig.
Kaliumhexacyanoferrat-(III) muss von starken Säuren getrennt gehalten werden.
Vorratslösungen
Bewahren Sie die getrennten Vorratslösungen in sauberen, chemikalienbeständigen, klar beschrifteten und möglichst lichtschützenden Flaschen auf.
Auf das Etikett gehören mindestens:
- Stoffbezeichnung
- Konzentration
- Ansetzdatum
- verantwortliche Person
- relevante Gefahrstoffinformationen
Die bereits gemischte Sensibilisierungslösung sollte möglichst frisch verarbeitet und nicht unnötig bevorratet werden.
Weitere Informationen zur richtigen Gebindeauswahl finden Sie im Beitrag Chemikalien richtig lagern und verpacken.
Warum Cyanotypie-Chemikalien bei SuboLab kaufen?
Für reproduzierbare Ergebnisse ist nicht nur die Rezeptur entscheidend. Auch definierte Ausgangsqualitäten, saubere Abfüllung und geeignete Verpackungen spielen eine wichtige Rolle.
SuboLab bietet die beiden zentralen Komponenten des klassischen Verfahrens einzeln an. Dadurch können Sie Ansatzmenge, Konzentration und Arbeitsweise selbst kontrollieren.
Ihre Vorteile
- beide klassischen Ausgangsstoffe aus einer Hand
- geprüftes Ammoniumeisen-(III)-citrat mit 14,5–16 % Fe
- gut wasserlösliches Kaliumhexacyanoferrat-(III)
- verschiedene Gebindegrößen
- chemikalienbeständige Verpackungen
- Sicherheitsdatenblätter und Produktinformationen
- geeignet für einzelne DIY-Projekte, Workshops und größere Serien
Direkt zu den Cyanotypie-Produkten:
- Ammoniumeisen-(III)-citrat grün, 14,5–16 % Fe kaufen
- Kaliumhexacyanoferrat-(III), rotes Blutlaugensalz kaufen
Kreative Ideen für Cyanotypie-Projekte
Mit derselben Grundtechnik lassen sich sehr unterschiedliche Projekte umsetzen:
- botanische Bilder für Wanddekorationen
- Grußkarten und Einladungen
- Lesezeichen
- individuelle Buchumschläge
- Stoffbeutel und textile Wandbilder
- Pflanzensammlungen und Herbarium-Seiten
- Fotografien über digitale Negative
- abstrakte Kompositionen mit Glas und transparenten Materialien
- Kombinationen mit Zeichnung, Stickerei oder Aquarell
- saisonale Motive aus Blüten, Herbstlaub oder Gräsern
Besonders reizvoll ist die Verbindung aus kontrollierter chemischer Reaktion und nicht vollständig vorhersehbarem Ergebnis. Jede Cyanotypie wird zum Unikat.

FAQ zur Cyanotypie
Was ist der Unterschied zwischen Cyanotypie und Cyanotopie?
„Cyanotypie“ ist die fachlich korrekte Bezeichnung des fotografischen Eisenblaudrucks. „Cyanotopie“ ist eine verbreitete, aber sprachlich ungenaue Schreibvariante.Welche Chemikalien braucht man für Cyanotypie?
Für die klassische Cyanotypie werden grünes Ammoniumeisen-(III)-citrat und Kaliumhexacyanoferrat-(III) benötigt. Beide werden zunächst als getrennte wässrige Lösungen angesetzt.Ist rotes Blutlaugensalz dasselbe wie Kaliumhexacyanoferrat-(III)?
Ja. Rotes Blutlaugensalz ist die historische Bezeichnung für Kaliumhexacyanoferrat-(III), das auf Englisch Potassium Ferricyanide heißt.Warum wird grünes Ammoniumeisen-(III)-citrat verwendet?
Die grüne Variante besitzt die für den klassischen Cyanotypie-Prozess geeigneten Eigenschaften und dient als lichtempfindliche Eisen(III)-Komponente. Das SuboLab-Produkt weist einen definierten Eisengehalt von 14,5–16 % Fe auf.Kann Cyanotypie nur mit Sonnenlicht gemacht werden?
Nein. Neben Sonnenlicht kann eine geeignete künstliche UV-Lichtquelle verwendet werden. Eine kontrollierte UV-Lampe ermöglicht reproduzierbarere Belichtungszeiten unabhängig von Wetter und Jahreszeit.Wie lange muss eine Cyanotypie belichtet werden?
Bei direktem Sonnenlicht sind häufig etwa 10 bis 40 Minuten erforderlich. Die tatsächliche Zeit hängt von UV-Intensität, Papier, Beschichtung und Motiv ab. Ein Teststreifen ist zuverlässiger als eine feste Zeitangabe.Welches Papier eignet sich am besten?
Nassfestes Aquarellpapier ist ein guter Ausgangspunkt. Es sollte das Auswaschen vertragen und möglichst keine Inhaltsstoffe enthalten, die die chemische Reaktion oder das Blau ungünstig beeinflussen.Warum ist meine Cyanotypie nach dem Auswaschen so hell?
Das Blau entwickelt sich durch Oxidation an der Luft weiter. Lassen Sie den Druck zunächst vollständig trocknen. Ist er anschließend noch zu hell, war möglicherweise die Belichtung zu kurz oder die Beschichtung zu schwach.Kann man Cyanotypie auf Stoff anwenden?
Ja, besonders auf saugfähigen Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen. Der Stoff sollte vorher ohne Weichspüler gewaschen werden. Farbwirkung und Waschbeständigkeit müssen durch Proben ermittelt werden.Müssen die beiden Lösungen getrennt gelagert werden?
Ja. Die Vorratslösungen werden getrennt aufbewahrt und erst unmittelbar vor der Beschichtung im benötigten Verhältnis gemischt.Kann ich Leitungswasser verwenden?
Je nach Wasserqualität kann Leitungswasser funktionieren. Für besser vergleichbare Ergebnisse empfiehlt sich jedoch destilliertes oder demineralisiertes Wasser, da Mineralien und pH-Wert des Leitungswassers das Ergebnis beeinflussen können.Ist Kaliumhexacyanoferrat-(III) gefährlich?
Der Stoff ist sachgerecht und nach Sicherheitsdatenblatt zu handhaben. Er darf insbesondere nicht mit starken Säuren in Kontakt kommen. Schutzbrille, Handschuhe, sauberes Arbeiten und sichere Lagerung sind erforderlich.Darf man Cyanotypie mit Kindern durchführen?
Cyanotypie ist ein interessantes Bildungsprojekt, doch die Chemikalien sollten ausschließlich von verantwortlichen Erwachsenen angesetzt und gehandhabt werden. Kinder dürfen nur unter unmittelbarer, fachkundiger Aufsicht und mit geeigneten Schutzmaßnahmen beteiligt werden.
Wie bewahre ich fertige Cyanotypien auf?
Fertige Drucke sollten trocken, möglichst dunkel und frei von alkalischen oder chemisch ungeeigneten Kontaktmaterialien aufbewahrt werden. Intensive, dauerhafte Lichteinwirkung kann die Farbstabilität beeinträchtigen.
Fazit: Historische Fotografie mit zwei klassischen SuboLab-Produkten
Die Cyanotypie verbindet Fotografie, Naturwissenschaft und kreatives Gestalten auf besondere Weise. Aus zwei getrennt angesetzten Lösungen, einem geeigneten Bildträger und UV-Licht entsteht ein unverwechselbares Bild in intensivem Preußischblau.
Mit dem grünen Ammoniumeisen-(III)-citrat von SuboLab und dem passenden Kaliumhexacyanoferrat-(III) erhalten Sie die beiden zentralen Ausgangsstoffe für den klassischen Eisenblaudruck.
Ob botanisches Fotogramm, individuelle Grußkarte, Textilprojekt oder fotografischer Kunstdruck: Mit einer sauberen Arbeitsweise, der passenden Belichtung und etwas Experimentierfreude entstehen einzigartige Cyanotypien mit historischem Charakter.
Empfohlene Produkte
Kaliumhexacyanoferrat-(III) (rotes Blutlaugensalz, potassium ferricyanide) Cyanotopie
Ammoniumeisen-(III)-citrat (Cyanotopie grün, Ammoniumeisencitrat), 14,5/16 % Fe
Recherchegrundlage und fachliche Einordnung
Das Verfahren wurde 1842 von John Herschel vorgestellt; Anna Atkins setzte es ab 1843 zur fotografischen Dokumentation von Algen ein und schuf damit das als erstes fotografisch illustriertes Buch geltende Werk. Cyanotypien dienten später über Jahrzehnte zur Reproduktion technischer Zeichnungen – Ursprung des Begriffs „Blueprint“.
Die photochemische Grundlage ist die Reduktion von Eisen(III) zu Eisen(II), das anschließend mit dem Ferricyanid-Komplex die intensiv blaue Verbindung bildet. Das Getty Conservation Institute beschreibt auch die klassischen Prozessschritte: Beschichten bei gedämpftem Licht, Trocknen im Dunkeln, UV-Belichtung und Auswaschen.
Belichtungszeiten sind nicht universell. Das Natural History Museum nennt für botanische Kontaktkopien unter natürlichen Bedingungen einen Orientierungsbereich von etwa 10 bis 40 Minuten; Lichtquelle, Wetter, Schicht und Motiv verändern die benötigte Zeit erheblich.
Das angebotene grüne Ammoniumeisen-(III)-citrat besitzt laut SuboLab einen definierten Eisengehalt von 14,5–16 %, ist hygroskopisch und gut wasserlöslich. Das passende Kaliumhexacyanoferrat-(III) wird als rotes, kristallines, gut wasserlösliches Salz in Laborqualität angeboten. Für beide Produkte sind die jeweiligen Sicherheitsdatenblätter maßgeblich; beim Ferricyanid ist insbesondere der Kontakt mit starken Säuren zu vermeiden.
