Seit Jahrzehnten wissen wir als Verbraucher, dass Erdöl ein endliches Gut ist. Wenn ein Erdölfeld „abgeerntet“ worden ist, ziehen die Ölkonzerne zum nächsten erschlossenen weiter.
In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Begriff „Peak Oil“.
Dieser Begriff bezeichnet den Zeitpunkt, bei dem das globale Ölfördermaximum erreicht ist.
Viele Forscher behauten, dass dieses Ölfördermaximum bereits erreicht ist.
Die gängige Theorie besagt, dass Erdöl biologischen Ursprungs sei. Der Ausgangsstoff sei hierbei abgestorbenes Plankton, welches auf den Meeresboden gesunken ist. In der Tiefe erhöhen sich der Druck, sowie die Temperatur, welche ein Zersetzen der biologischen Bestandteile des Planktons einleiten. Nachdem sich das Plankton in kerrogene Stoffe (Vorstufe des Erdöls) umgewandelt hat, werden diese bei weiteren Prozessen weiter umgewandelt. Dadurch werden diese Stoffe leichter und wandern dadurch im Gestein nach oben, bis sie undurchlässiges Gestein erreichen und sich dort ansammeln. Somit entsteht eine Lagerstätte für das Erdöl.
Eine andere Theorie besagt, dass zur Erdölentstehung keine biologischen Zersetzungsprozesse nötig sind.
Russische Forscher, allen voran Professor Vladimir Kutcherov, sind Verfechter dieser Theorie.
Bei der Abiotischen Theorie spielen eher Druck und Hitze, die in den inneren Schichten der Erdkruste stattfinden, eine übergeordnete Rolle. Bei Versuchen mit Forscherkollegen hat Kutcherov bei einem Prozess mit Druck und Hitze Kohlenwasserstoffe erzeugt, welche die primären Bestandteile von Öl und Erdgas sind.
Nach Kutcherov sind dies eindeutige Ergebnisse, die die Peak-Oil-Theorie widerlegen.
Als praktischen Beweis führt er das Romashkino-Feld in der Republik Tatarstan an, welches 1948 in Betrieb ging. Dieses sollte eigentlich schon längst ausgeschöpft sein, liefert aber noch immer Öl.
Hier wurden bis jetzt 3 Billionen Liter Öl gefördert. Vier Mal mehr, als nach biologischer Erklärung hätte gefördert werden können.
Kutcherov ist der Ansicht, das frisches Öl aus tieferen Schichten nachfließt. Wenn man nun den Ausgleich zwischen Förderung und Nachfluss erreichen würde, wäre ein Ölfeld unendlich. Man müsste nur ausrechnen, wie viel Öl nachfließt.
Wenn diese Theorie stimmt, würde dies die bisherig gängige Theorie auf den Kopf stellen.
Als Beispiel für die Theorie könnte man den Mars anführen, auf dem die NASA Methan gefunden hat und dies ohne komplexere Kohlenwasserstoffe.
Dabei bestreitet Kutcherov nicht, dass Fossilien auch ihren Beitrag zur Erdölentstehung leisten, man sollte jedoch hinsichtlich der abiotischen Theorie weiter forschen, um hier neue Ansätze und Möglichkeiten in der Erdölförderung zu finden.
Vielleicht wird diese Theorie auch durch die Ölgesellschaften verhindert, die derzeit große Gewinne einfahren, da das schwarze Gold nach deren Aussagen immer knapper wird. Wenn Öl doch kein endliches Gut wäre, wären ihre Gewinne bedroht.
Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ob sich diese Theorie bewahrheitet.
Foto: d’n'c